Projekt: PineXLAM - VOC-optimiertes Brettsperrholz aus Kiefer und Raumluftqualität in Brettsperrholzgebäuden

  

Projekt: PineXLAM - VOC-optimiertes Brettsperrholz aus Kiefer und Raumluftqualität in Brettsperrholzgebäuden

 

 

Projektziel:

Brettsperrholz (XLAM) ist ein vielfach genutzter konstruktiver Holzwerkstoff, dessen Bedeutung in Europa und Österreich durch den zunehmenden Massivholzbau steigt. Aktuell wird XLAM hauptsächlich aus Fichtenholz erzeugt. Die Verfügbarkeit der Fichte ist jedoch durch verstärkte Konkurrenznutzung und einen Rückgang des verfügbaren Rohstoffpotentials beschränkt. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Massivholz wie z.B. Brettsperrholz.

 

Um diese steigende Nachfrage bedienen zu können, werden neue Rohstoffquellen zur Herstellung von XLAM benötigt. Hier würde sich die Kiefer anbieten, welche sowohl über ausgezeichnete Eigenschaften als auch ein hohes ungenutztes Rohstoffpotential verfügt. Die Kiefer ist jedoch eine äußerst harzreiche und damit extraktstoffreiche Holzart. Dies äußert sich in erhöhten Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC – volatile organic compounds). Aus diesem Grund wird Kiefernholz bisher nur in geringem Maße im Massivholzbau eingesetzt. Um der steigenden Nachfrage von Brettsperrholz im Massivholzbau Genüge zu tun und neben der Fichte zukünftig auch die Kiefer für dieses Produkt nutzbar zu machen, sollte in diesem Projekt der XLAM Produktionsprozess entsprechend angepasst werden.

 

Projektergebnisse:

Es konnte im Projekt gezeigt werden, dass unter Berücksichtigung von wirtschaftlichen Überlegungen prozesstechnische Möglichkeiten bestehen, die Reduktion von VOC-Emissionen aus Kiefernbrettsperrholz mittels gezielter Steuerung der Parameter Trocknungstemperatur und Trocknungsdauer zu erreichen.

 

  • Bereits nach einer Erhöhung der Trocknungstemperatur der Rohware Kiefer für die Brettsperrholzherstellung von 70 °C auf 85 °C und einer Verlängerung der Trocknungsdauer von 1,8 auf 5,4 Tage konnte eine Reduktion der VOC-Emissionen aus den daraus hergestellten XLAM Elementen von bis zu 68 % erzielt werden. Außerdem konnte mit einer Hochtemperatur Trocknung bei 110 °C in nur 1,8 Tagen eine Abnahme der VOC Emissionen von 60 % erreicht werden.
  • Allein durch die Verklebung der Kiefernoberfläche wurden die VOC-Emissionen bereits um 41-68 % reduziert. Mit einer Kombination von Verklebung und der Fichtenschicht rauminnenseitig konnte eine Reduktion der VOC-Emissionen von über 90 % erzielt werden.
  • Bei harzarmen Kiefernchargen könnte damit die Kombination mit Fichte als Hybrid-XLAM zukünftig reines Fichten-XLAM ersetzen. Bei harzreicheren Kiefernchargen ist neben der Verwendung einer Kombination von Hybrid-XLAM zusätzlich eine Trocknung bei höheren Temperaturen (85 °C, besser noch Hochtemperatur-Trocknung) und/oder eine längere Trocknungsdauer notwendig.
  • Die Verringerung der Emissionen um 20 % durch die Temperaturerhöhung von 70 °C auf 85 °C bei der Trocknung konnte in einem 6-monatigen Langzeitversuch in Modellräumen, welche dem europäischen Referenzraum entsprechen, aufgezeigt werden.

 

Die Ergebnisse aus dem Projekt ermöglichen es, Kiefernholz zukünftig für die XLAM Produktion nutzbar zu machen und Erkenntnisse für die Industrien und Interessens-vertretungen der Massivholzbranche, aber auch für Planer/Planerinnen, Architekten/Architektinnen und Kunden/Kundinnen zur Verfügung zu stellen.

 

 

Förderprogramm:

Collective Research – FFG, 2017–2020

 

Projekt-ID:

Pine XLAM

 

Lead Partner:

Wood K plus – Kompetenzzentrum Holz GmbH

 

Projektpartner:

Fachverband der Holzindustrie Österreich

Stora Enso Wood Products

KLH Massivholz GmbH

Mayr-Melnhof Holz Gaishorn GmbH

Binderholz GmbH Holzindustrie

Hasslacher Gruppe

 

Projektleitung:

Dr. Cornelia Rieder-Gradinger

 

Das Projekt PineXLAM "VOC-optimiertes Brettsperrholz aus Kiefer und Raumluftqualität in Brettsperrholzgebäuden“ wurde aus den Mitteln der österreichischen Forschungsförderung FFG sowie der beteiligten Firmenpartner finanziert.

 

Nähere Informationen zum Programm Collective Research der FFG finden Sie unter:

https://www.ffg.at/programm/collective-research